Frage: Angelaufene Vergoldung

Ob Füllhalter oder Tintenroller - hier bist Du richtig.
Peter Stegemann
Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: Sa 16. Jul 2016, 22:58

Frage: Angelaufene Vergoldung

Beitrag von Peter Stegemann » Mi 11. Jan 2017, 14:39

Ich habe den Betreff absichtlich in Anfuehrungszeichen gesetzt, da Gold ja eigentlich nicht anlaufen sollte. Aber ich habe hier einen Pelikan Concerto, bei dem das so aussieht. Es laesst sich mit Blitz leider sehr schlecht fotografieren, aber auf diesem Bild sollte man erahnen koennen, was ich meine:
Concerto-2.jpeg
Concerto-2.jpeg (550.47 KiB) 2559 mal betrachtet
Real sieht das noch viel schlimmer aus, es gibt Stellen die sind komplett blau. Fast so, als wollte sich der blaue Korpus des Rests ermaechtigen... Die Kappe und der Fuellknopf glaenzen dagegen wie bei Pelikan gewohnt.

Kommen wir zur Frage, wie ich das Gold wieder zum erstrahlen bringen kann?

So sieht das in komplett aus - ich denke man sieht, dass das Gold matt und blau-schmutzig wirkt.
Concerto.jpeg
Concerto.jpeg (598.53 KiB) 2559 mal betrachtet

Benutzeravatar
Schildkröte
Mitglied
Beiträge: 78
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 11:57

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Schildkröte » Mi 11. Jan 2017, 14:55

Ich vermute mal, dass die Verzierung aus vergoldetem Messing besteht. Die Vergoldung ist durch Abrieb verloren gegangen, weshalb das Messing oxidieren kann. Du kannst die Oxidationen mit 12000er Micro-Mesh wegpolieren, sie wird aber nach wenigen Tagen zurückkehren.

Falls es Dreck ist, solltest Du versuchen, ihn mit milderen Methoden zu entfernen (Wasser, Baumwolltuch, nicht allzu harte Zahnbürste). Wenn es damit nicht funktioniert, kannst Du auch versuchen, die Verschmutzungen vorsichtig wegpolieren. Hier besteht jedoch die Gefahr, dass auch Teile der Vergoldung wegpoliert werden, je nachdem, wie dick vergoldet wurde. Ob es Dreck war siehst Du aber erst nach Tagen, denn frische oxidationsfreie Messingflächen sind von Gold kaum zu unterscheiden, sodass man eine eventuelle Oxidation abwarten muss.

Wenn es sich um Oxidationen handelt, bleibt eigentlich nur, die Verzierungen neu zu vergolden. Das ist bei den Verzierungen mit einer gewissen Gefahr verbunden, weil die verwendeten Elektrolyte den Kunststoff oberflächlich angreifen könnten und die Kunststoffpartien hier nicht abgeklebt und nur schwer poliert werden können. Im besten Fall passiert gar nichts, sodass am Ende alles in neuem Glanz erstrahlt.

Schreibliesel
Mitglied
Beiträge: 5
Registriert: So 31. Jul 2016, 16:12

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Schreibliesel » Mi 11. Jan 2017, 19:12

Hallo Peter,

habe gerade mal bei Pelikan den Füller angesehen. Da ist auf einem Foto am Goldrand die Zahl 925 zu sehen. Das ist doch für Silber, denke ich. Ist er vielleicht vergoldet, und das Silber kommt durch und läuft an?
Dateianhänge
IMG_3975.JPG
IMG_3975.JPG (565.47 KiB) 2546 mal betrachtet

Benutzeravatar
Schildkröte
Mitglied
Beiträge: 78
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 11:57

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Schildkröte » Mi 11. Jan 2017, 19:25

Die Zahl 925 weist in der Tat auf Silber hin, nämlich auf Sterlingsilber (92,5 % Silber, der Rest normalerweise Kupfer). In dem Falle ist es dann die Patina, die den Füller so abgegriffen aussehen lässt. Auch dann gilt dasselbe wie zuvor :)

Peter Stegemann
Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: Sa 16. Jul 2016, 22:58

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Peter Stegemann » Mi 11. Jan 2017, 22:40

Jetzt habe ich doch noch ein Bild im Netz gefunden, was das Aussehen meines Concerto recht gut wieder gibt, scheint so, als teile die ganze Serie das Schicksal:

http://www.invaluable.co.uk/auction-lot ... ee643bf993

Es gibt aber auch viele Bilder, auf denen die Fueller wie aus dem Ei gepellt aussehen.

Benutzeravatar
Schildkröte
Mitglied
Beiträge: 78
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 11:57

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Schildkröte » Mi 11. Jan 2017, 22:51

Hast Du den Füller gebraucht erstanden oder selbst gekauft? Wie alt ist er denn?

Peter Stegemann
Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: Sa 16. Jul 2016, 22:58

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Peter Stegemann » Mi 11. Jan 2017, 23:05

Ich habe 3 Stueck erstanden. Zumindest einer ist gebraucht, auch wenn man es nur an der Restfeuchte vom Reinigen sieht. Der wird auf jeden Fall bei mir bleiben. Die anderen hoffe ich irgendwann mal gegen equivalente Stuecke tauschen zu koennen.

Inzwischen habe ich dank des Hinweises, dass das eigentlich silber ist, noch mehr Informationen gefunden. Auch einen angeblichen Prototypen, der nicht vergoldet wurde. Der ist noch viel schicker...

Peter Stegemann
Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: Sa 16. Jul 2016, 22:58

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Peter Stegemann » So 29. Jan 2017, 17:56

Ein Silberputztuch hat das Problem ohne viel Stress geloest:
Concerto2.jpg
Concerto2.jpg (267.43 KiB) 2467 mal betrachtet

Benutzeravatar
Schildkröte
Mitglied
Beiträge: 78
Registriert: Fr 15. Jul 2016, 11:57

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Schildkröte » So 29. Jan 2017, 18:07

Wundervoll :) Bei Silber ist das ohnehin nicht so problematisch, da die Patina ihre Zeit braucht.

Peter Stegemann
Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: Sa 16. Jul 2016, 22:58

Re: "Angelaufene Vergoldung"

Beitrag von Peter Stegemann » Di 25. Apr 2017, 16:37

Da ich nun 2 davon verkaufen werde (den "schlechtesten" behalte und benutze ich), habe ich von den anderen Zweien Fotos gemacht, die ich euch nicht vorenthalten will - auch wenn alle 3 praktisch gleich aussehen ;-)
Concerto_3604_M_2.jpg
Concerto_3604_M_2.jpg (261 KiB) 2222 mal betrachtet
Concerto_784_B_2.jpg
Concerto_784_B_2.jpg (390.06 KiB) 2222 mal betrachtet

Antworten